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Zwischen Bachflohkrebs und Eintagsfliegenlarve

Starkenburger Echo | 6. Juli 2012 | Brigitta Schilk

Natur: Die Erkundung des Ederbaches wird für eine Gruppe von Kindern zum Erlebnis der besonderen Art

Eine Gruppe von Kindern hat bei einer Bachexkursion mit dem Mörlenbacher Umweltbeauftragten Michael Lellbach in Bonsweiher Kleinlebewesen des Ederbaches kennengelernt.
Eingeladen hatte der Kultur- und Museumsverein Bonsweiher. Über eine Wiese zogen die Kinder mit Eltern zum Bach. Michael Lellbach berichtete, dass im Ederbach oberhalb von Bonsweiher weniger Kleintiere leben.

Unterhalb des Dorfes gebe es mehr tiefere Stellen, an denen der Bach langsamer fließe und sich mehr Kleintiere aufhalten. Forellen seien in Bachoberläufen zu finden, wenn die Wassertemperatur nicht viel wärmer als 16 Grad und damit reich an Sauerstoff ist.
Zaghaft betraten die Kinder das kühle Nass und begannen dann, Bachwasser in weiße Schalen zu schöpfen. Der Bachexperte erläuterte die Bedeutung der Strömung und Stromschnellen. Mit Saugnäpfen können sich Kleintiere an Steinen festhalten, oder sie haben dazu kleine Häkchen. Manche leben zwischen den Steinen, in denen die Strömung sie nicht mitnimmt.
Die Gruppe watete stromaufwärts. Immer wieder nahmen die Teilnehmer Steine auf, drehten sie um, betrachteten die Unterseite und entdeckten Gehäuse von Tieren. „Iiih, wie viele Viecher“, hieß es, als die Kinder die schwimmenden kleinen Lebewesen erblickten. Mit Michael Lellbach lösten sie versteinerte Röhrchen von den Steinen ab, sammelten Schneckengehäuse und Kleintiere und gaben sie ins Fangnetz. Wieder an Land, wurde das Sammelgut in eine weiße große Schale gefüllt. Dort wimmelte es von allerlei Getier.
In kleinen Glasschälchen bewunderten die Kinder mit Lupen die einzelnen Tiere: Eintagsfliegenlarven, die zwei Jahre lang in diesem Stadium leben; Bachflohkrebse, die seitlich schwimmen und die größte Biomasse im Bach bilden. Sie sind Nahrung für Forellen und leben in Moospolstern; Köcherfliegenlarven, die in Röhren zu Hause sind. Sie bauen sie aus Steinen oder pflanzlichem Material und wachsen mit der Larve mit. Höhepunkt war eine besonders große Eintagesfliegenlarve von mehr als zwei Zentimeter, bei der die flatternden Kiemen zu sehen waren.
Manche Kinder zeigten sich fasziniert von dem Lebensraum Bach, anderen war anzumerken, dass sie größere Tiere lieber um sich haben. Wenigen allerdings war vorher bewusst, wie viel Leben solch ein Bach birgt, und was sich alles an Lebendigem in ihren mit Wasser gefüllten Gummistiefeln befindet.

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