Starkenburger Echo | 25. November 2011  |  Brigitta Schilk

„Feuerrotes Bücherregal“ lockt

Projekt: Kultur- und Museumsvereins Bonsweiher eröffnet am Dorfgemeinschaftshaus ersten öffentlichen Büchertausch

Statt feuerrot ist das öffentliche Bücherregal am Dorfgemeinschaftshaus Bonsweiher eher orange. Schon jetzt ist das Regal aber bestens bestückt. Davon überzeugten sich bei der Einweihung (von links) Ortsvorsteher Hans Peter Kuhlmann, Bürgermeister Lothar Knopf, Detlev Haas, Wolfgang Krämer, Heiko Lorenzen, Andreas Pfeiffer, Karlheinz Rothermel und Brigitta Schilk Foto: Karl-Heinz Köppner

BONSWEIHER.
Das überraschte selbst den Vorstand des Kultur- und Museumsvereins Bonsweiher (KuM):
Das neue Bücherregal vor dem Dorfgemeinschaftshaus in der Laudenbacher Straße war bereits voll, als Schriftführerin Brigitta Schilk vor der Einweihung des öffentlichen „feuerroten Bücherregals“ begann, die Bücher nach Rubriken zu sortieren. Neben Büchern zu Computerthemen stehen Bildbände, neben Gartenbüchern Reiseführer und Bildbände über verschiedene Länder.

 
Darunter finden sich Märchen, Psychologie- und Gesundheitsbücher sowie Romane. Das thematische Spektrum ist groß, es gibt eine große Anzahl an Handarbeits-, Bastel- und Kochbüchern, eine Regalreihe voller Belletristik, Sprachführer oder Geschichtsbücher sowie Fachbücher zu unterschiedlichsten Themen. Selbst wer sich selbstständig machen möchte, findet im Regal passende Ratgeber. Einzig bei den Kinder- und Jugendbüchern fehlt es derzeit noch an einer breiten Auswahl.
Bei der Begrüßung der Gäste betonte der stellvertretende Vorsitzende Heiko Lorenzen, dem KuM sei es wichtig, Büchern in der heutigen „Wegwerf-Gesellschaft“ eine lange Lebensdauer zu verschaffen.
Der Verein hat mit seinem öffentlichen Bücherregal nun offensichtlich den Wunsch der Menschen getroffen, Bücher nicht dem Reißwolf zu übergeben: Viele stellten bereits vor der offiziellen Einweihung ihre Bücher in das öffentliche Regal. Brigitta Schilk erläuterte, das Motto des öffentlichen Büchertausches laute „Bücher kommen und gehen“: „Wer hier ein Buch findet, es lieb gewinnt, kann es auch behalten.“ Es sei nicht zwingend, ein Buch später wieder zurückzustellen. Denn das öffentliche Bücherregal lebe von dem rotierenden Prinzip.
„Und wenn jemand ganz viele Bücher mitnimmt?“, fragte eine Bonsweiherin. Detlev Haas vom Vorstandsteam antwortete prompt: „Das kann gern geschehen, denn es werden hier kistenweise Bücher angeliefert, und der Platz ist begrenzt.“
Ein Regal steht nun vor der Eingangstür des Dorfgemeinschaftshauses Bonsweiher, ein zweites im Vorraum hatte der Bauhof der Gemeinde Mörlenbach angebracht. Gemeinsam mit Bauhofbetriebsleiter Michael Lellbach dachte das Vorstandsteam bereits über ein drittes Regal nach, damit auch Zeitschriften und weitere Bücher ihren Platz finden. Die bereits vorhandenen Regale bekommen auch nach unten noch Böden, damit auch Kinder gut an die Bücher herankommen.
Pate für das bereits bundesweit erfolgreiche Konzept des öffentlichen Bücherregals stand die einst sehr beliebte Fernsehsendung „Das Feuerrote Spielmobil“: Spielmobil und Bücherregal haben neben der auffallenden roten Farbe gemeinsam, dass Wissen nicht auf verschulte Weise, sondern eher auf spielerische Art weitergegeben werde, hob Brigitta Schilk hervor, als sie das Konzept näher vorstellte.
Sie sei gewiss, dass der öffentliche Büchertausch klappe, wenn die Erwachsenen und Kinder das öffentliche Bücherregal mit Respekt behandelten und darauf achteten, dass andere dies auch tun. Bürgermeister Lothar Knopf begrüßte die Einrichtung und zeigte sich gespannt, welche Erfahrungen der KuM in einem halben Jahr gemacht haben wird.
Ortsbeirat Wolfgang Krämer von der Juhöhe kann sich ebenfalls ein öffentliches Regal am Feuerwehrgerätehaus vorstellen, wenn die Erfahrungen in Bonsweiher positiv seien. Für den Augenblick zeigte er sich indes noch skeptisch, ob die Leute achtsam damit umgehen.

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